Geschichte

Dissonanzen, Lautstärke und Fraktionierung, pikante Themen, Skandale und die große Öffentlichkeit – all das kann man auch im Studierendenparlament erleben, aber nur bei uns macht das ganze auch Spaß und noch wichtiger: es klingt auch besser.
Seit seiner Gründung steht der Jazzchor der Uni Bonn auf der Seite der Studenten und leiht ihnen seine ganz eigene Stimme – die Stimme der musikbegeisterten und mit allen Wassern gewaschenen, hartgesottensten Gutmenschen, die es für kostenlosen Eintritt zu sehen gibt.
Seit seiner Gründung im Jahre 1995 ist der Jazzchor als neben der Big Band jüngster offspring des Collegium Musicums zu einer veritablen Größe in der musikalischen Landschaft der Gebäude rund um den Hofgarten und darüber hinaus geworden.

Der Chor hat sich den jazzigen Arrangements des 20. Jahrhunderts verschrieben, die von Abwandlungen früher Ragtime-Kompositionen bis hin zu allbekannten Standards von Cole Porter, Irving Berlin und George Gershwin reichen, mal leicht beschwingt, mal als eng-harmonisches Vehikel vielschichtigster Güte. Je nach Bedarf auf einer Woge von schwarzen und weißen Tasten reitend, oder aber in kompromissloser Schroffheit einer a cappella Darbietung, um auch die engsten Reibungen noch herauszuspielen. Von unverweigerbarer Zugänglichkeit bis hin zu faszinierender Fremdheit und Unüberschaubarkeit werden von den rund 40 Sängerinnen und Sängern in bis zu dreizehn Unterstimmen plus Solisten alle Ansprüche bedient.
Wo sich dabei das passende Arrangement nicht finden lässt, wird von überqualifiziert unausgelasteten Mitgliedern kurzerhand selber etwas hervorgebracht. Wer dann immer noch nicht genug hat, kann in kleineren Ensembleauskopplungen auf süffisanten Nebenschauplätzen noch mehr musikalische Erfahrung sammeln.

Doch all das ist nur halb so schön, wenn man dies alles nur im verhangenen Halbdunkel eines Ballettstudios vor dem Spiegel darbietet. Deshalb zieht es den Jazzchor regelmäßig auf die Bühnen der universitären Welt. Egal ob die routiniert abwechslungsreichen Semesterabschlusskonzerte, Auftritte beim Dies Academicus oder Intermezzi bei der Semestereröffnung, um die Anwesenden für die ausufernden Reden gefügig zu machen – der Jazzchor ist stets zur Stelle und vermag das Publikum meist schon im Laufe des ersten Stücks für sich zu gewinnen. Darüber hinaus hat der Jazzchor schon oft den musikalischen Rahmen bei Kongressen, Tagungen und Bällen geliefert und auf internationalen Musikfestivals unsere Universität repräsentiert.

Doch vor das Blumenbeet hat Gott den Spaten gestellt. Um unsere hohen musikalischen Ziele zu erreichen bedarf es konzentrierter und intensiver Probenarbeit. Diese wird seit 2012 von Jan-Hendrik Herrmann durchgeführt.

Um sich mit anderen Kulturgruppen zu koordinieren oder gar gemeinsame Projekte anzugehen, ist der Jazzchor seit Oktober 2016 Teil des Forums für Musik & Tanz der Universität Bonn.

Da wir studentenbedingt einer gewissen Fluktuation unterliegen, suchen wir jedes Semester natürlich neue Mitstreiter. Streiten allein reicht aber nicht, du solltest bereits über einschlägige musikalische Erfahrung verfügen und singen können.
Die für eine Aufnahme obligatorische „Schnupperprobe“ findet meist in den beiden den Beginn der Vorlesungszeit umrahmenden Wochen statt. Termine werden auf der Website und auf unserer Facebook-Seite bekannt gegeben.